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Vom Ausprobieren, Verändern und Loslassen

Vom Ausprobieren, Verändern und Loslassen

Strategische Experimente oder Modellvorhaben sind die Basis unserer Arbeit im Think + Do Tank Pro Futuris und der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG). Was das in der Praxis heisst, wie wir Projekte auswählen, aufbauen, testen, verändern und verstetigen, zeigen wir in diesem Beitrag anhand des Beispiels der Lernenden-Workshops, einem Teil des Projekts «Unternehmen für Demokratie».
Strategische Experimente oder Modellvorhaben sind die Basis unserer Arbeit im Think + Do Tank Pro Futuris und der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG). Was das in der Praxis heisst, wie wir Projekte auswählen, aufbauen, testen, verändern und verstetigen, zeigen wir in diesem Beitrag anhand des Beispiels der Lernenden-Workshops, einem Teil des Projekts «Unternehmen für Demokratie».
Strategische Experimente oder Modellvorhaben sind die Basis unserer Arbeit im Think + Do Tank Pro Futuris und der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG). Was das in der Praxis heisst, wie wir Projekte auswählen, aufbauen, testen, verändern und verstetigen, zeigen wir in diesem Beitrag anhand des Beispiels der Lernenden-Workshops, einem Teil des Projekts «Unternehmen für Demokratie».
Strategische Experimente oder Modellvorhaben sind die Basis unserer Arbeit im Think + Do Tank Pro Futuris und der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG). Was das in der Praxis heisst, wie wir Projekte auswählen, aufbauen, testen, verändern und verstetigen, zeigen wir in diesem Beitrag anhand des Beispiels der Lernenden-Workshops, einem Teil des Projekts «Unternehmen für Demokratie».
Strategische Experimente oder Modellvorhaben sind die Basis unserer Arbeit im Think + Do Tank Pro Futuris und der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG). Was das in der Praxis heisst, wie wir Projekte auswählen, aufbauen, testen, verändern und verstetigen, zeigen wir in diesem Beitrag anhand des Beispiels der Lernenden-Workshops, einem Teil des Projekts «Unternehmen für Demokratie».
Strategische Experimente oder Modellvorhaben sind die Basis unserer Arbeit im Think + Do Tank Pro Futuris und der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG). Was das in der Praxis heisst, wie wir Projekte auswählen, aufbauen, testen, verändern und verstetigen, zeigen wir in diesem Beitrag anhand des Beispiels der Lernenden-Workshops, einem Teil des Projekts «Unternehmen für Demokratie».

Phase 1: Analyse und Ausgangslage

Am Anfang dieses Projekts stand – wie bei allen unseren Projekten – ein Befund. Junge Menschen beteiligen sich am wenigsten am politischen Geschehen. Von den jungen Menschen sind es wiederum jene in einer Berufslehre, die am seltensten wählen und abstimmen, auch wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Ausserdem sind junge Menschen diejenige Bevölkerungsgruppe, welche am wenigsten Zukunftsoptimismus hegt und am ehesten das Gefühl hat, dass die Zukunft ohnehin schon vorgegeben sei, sie darauf keinen Einfluss und nichts dazu zu sagen hätten.

Wenn die junge Generation nicht glaubt, die Zukunft gestalten zu können, dann riskieren wir, dass eine Welt entsteht, bei deren Gestaltung jene gar nicht mitgesprochen haben, die am längsten in ihr leben werden. Etwas pauschal gesprochen entscheiden dann ältere Generationen über jüngere. Das ist nicht im Sinne einer demokratischen Gesellschaft.

Ein Gefühl von Selbstwirksamkeit ist eine wichtige Voraussetzung für die Demokratie. Wenn wir als Bürger:innen nicht das Gefühl haben, dass unser Handeln eine Auswirkung in unserem Land hat, dann beteiligen wir uns auch nicht – wozu auch?

Wie also können wir Zukunftsoptimismus säen und Lernenden vermitteln, dass sie ihre eigene und unsere gemeinsame Zukunft mitgestalten können? Unsere Antwort auf diese Frage: Workshops, an denen junge Menschen spielerisch die Fähigkeit schärfen, sich über ihre eigene und die Zukunft der Schweiz Gedanken zu machen, verschiedene Zukunftsszenarien untereinander diskutieren und mögliche gesellschaftliche und politische Partizipationsmöglichkeiten entdecken. An den Workshops teilnehmen können Lernende mit oder ohne Schweizer Staatsbürgerschaft. Wir fokussieren bewusst nicht ausschliesslich auf formelle Arten der politischen und gesellschaftlichen Mitgestaltung.

Die Workshops finden bei den Unternehmen statt – dort, wo Lernende die meiste Zeit ihrer Ausbildung verbringen. Die Unternehmen ermöglichen ihren Auszubildenden mit den Workshops politische beziehungsweise zivilgesellschaftliche Bildungam Arbeitsplatz. Sie zeigen damit, dass die Sorge für die Demokratie und die Stärkung von Demokratiekompetenzen in der Schweiz auch in der Verantwortung der Wirtschaft liegt. Sieben Unternehmen, die diese Ansicht teilen, haben auf Initiative von Pro Futuris zu diesem Zweck ein Netzwerk für demokratische Unternehmensverantwortung gegründet. Das Netzwerk bietet Raum für Austausch und gemeinsame Reflexion darüber, wie sich die Unternehmenswelt – über Workshops für Lernende hinaus – für die Stärkung der Demokratie einsetzen kann. Mittels Netzwerkbeitrag beteiligen sich die Unternehmen im Netzwerk auch finanziell am Projekt.

Von Beginn weg haben ausserdem zwei Stiftungen (Stiftung Mercator Schweiz und Beisheim Stiftung) sowie im Rahmen des Integrationskredits die Eidgenössische Migrationskommission das Projekt finanziell gefördert und im inhaltlichen und strategischen Sparring mitentwickelt.

Phase 2: Projektentwicklung  

Entwicklung der Workshops durch Pro Futuris

Im Zentrum unserer Projektentwicklung steht immer die Frage, wie wir das Projekt und im konkreten Fall die Workshops für Lernende auf eine Art und Weise aufgleisen können, dass sie in Zukunft auch ohne uns weiter bestehen können (vgl. Phase 3: Verstetigung). So entstand die Idee eines Sets, gefüllt mit Materialien und Instruktionen, die für die Durchführung und Anleitung des Workshops gebraucht werden (das «Zukunftsgestaltungsset»). Das Ziel: die Unternehmen können die Workshops nach einer ersten Testphase selbständig mit ihren Lernenden durchführen. Nach verschiedenen Abklärungen und Gesprächen mit Workshop- und Spiele-Entwickler:innen beschlossen wir, die Entwicklung der Workshops selbst in die Hand zu nehmen.

Wir haben die Workshops konzipiert und zwischen November 2023 und Februar 2024 eine erste Version eines Zukunftsgestaltungs-Workshops bei insgesamt fünf Unternehmen aus dem Netzwerk durchgeführt. Teilgenommen haben jeweils zwischen 15 und 40 Lernende dieser Unternehmen, angeleitet durch erfahrene Workshop-Facilitator:innen von Pro Futuris und jeweils eine:n externe:n Facilitator:in mit thematischer Expertise in Futures Literacy.  

Der Workshop «Mission: Zukunft» war als gamifizierte Challenge konzipiert. Die Teilnehmenden erhielten Aufgaben (Missionen), um verschiedene Szenarien für ihre eigene Zukunft und die Zukunft des Landes zu erarbeiten und laufend an sich verändernde Rahmenbedingungen anzupassen.

Die Teilnehmenden der Workshops haben vor und nach der Veranstaltung jeweils eine kurze Umfrage ausgefüllt. Die Auswertung der Resultate zeigte, dass wir die gewünschte Wirkung – das heisst, ein Bewusstsein der Lernenden, dass sie ein Teil der kollektiven Zukunft sind und einen Einfluss darauf haben – mindestens kurzfristig erreicht haben. Die Lernenden waren grösstenteils zufrieden mit dem Workshop und würden ihn auch weiterempfehlen.

Debriefing und interner Lernprozess

Nach Ende der Workshopreihe trafen wir uns mit den externen und internen Facilitator:innen zu einem Debriefing rund um die Frage, wie der Workshop in Zukunft weitergeführt werden könnte. Zur Diskussion standen sowohl inhaltliche als auch organisatorische Aspekte. Wir zogen folgende Schlüsse:  

  1. Umfang und Zielsetzung des Workshops waren stimmig und auch bei der Zielgruppe auf positive Resonanz gestossen. Sie bedurften also keiner grossen Anpassung.
  1. Das Thema «Zukunftsgestaltung» erforderte die Leitung durch geschulte und inhaltlich kompetente Facilitator:innen. Wir verabschiedeten uns von der Idee eines Workshop-Sets, das die Unternehmen selbständig durchführen könnten.
  1. Sowohl Inhalt als auch Aufbau des Workshops mussten enger auf die Bedürfnisse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zugeschnitten werden. Dafür brauchten wir die Unterstützung von Expert:innen mit Erfahrung mit dieser Zielgruppe.
  1. Die Umsetzung des Workshops im bestehenden Konzept war mit einem erheblichen Vorbereitungs- und Materialaufwand verbunden. Um den Workshop skalieren zu können, fiel die Option «weiter wie bisher» daher weg.

Optionen für die Weiterführung

Basierend auf den Erkenntnissen aus der ersten Pilotphase, der Auswertung der Vor- und Nachbefragung sowie dem Debriefing mit den Facilitator:innen formulierten wir Optionen für die Weiterführung der Workshops.

Wir entwickeln den Workshop weiter...

(1) gemeinsam mit einer Freiwilligenorganisation, die in der Schweiz im Bereich der politischen Bildung und/oder dem zivilgesellschaftlichen Engagement tätig ist, oder  

(2) gemeinsam mit einem professionellen Dienstleister sowie (falls notwendig) Expert:innen für Workshops für Jugendliche und junge Erwachsene.  

In beiden Fällen wären künftig die Partner:innen eigenständig für die Durchführung der Workshops verantwortlich, Pro Futuris wäre noch in der Wirkungsmessung involviert.

Neben diesen zwei Haupt-Optionen haben wir auch die folgenden Ideen geprüft, (3) ein bestehendes Angebot der politischen Bildung in der Schweiz weiterzuentwickeln, um es auf unsere Zielsetzung auszurichten, (4) ein eigenes Team aus Pro Futuris auszugründen, das sich ausschliesslich mit der Organisation und Durchführung der Workshops beschäftigt oder (4) das Angebot ganz einzustellen und den Unternehmen im Netzwerk ausschliesslich externe, bereits bestehende Angebote der politischen Bildung zur Durchführung zu empfehlen.

Bei der Evaluation der Optionen im Team standen das Verhältnis von Qualität und Skalierbarkeit, der finanzielle Aufwand, die Nachhaltigkeit sowie konkrete mögliche Partnerorganisationen für die Kooperation und damit verbunden die künftige Rolle von Pro Futuris bei den Workshops im Zentrum.

Option 1 kristallisierte sich als die am besten geeignete Möglichkeit heraus, um unsere Ziele mit den Workshops zu erreichen – dies unter Berücksichtigung der projektbedingten Abhängigkeiten und Voraussetzungen.

Weiterentwicklung und zweite Pilotphase

Nach Gesprächen mit verschiedenen Organisationen und unseren Förderpartner:innen schlossen wir schliesslich eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit step into action. Als Do-Tank für Zukunftskompetenzen brachten sie Expertise, Interesseund personelle Ressourcen für das Thema sowie die Entwicklung und Durchführung von Workshops für unsere Zielgruppe mit.

Bestehend auf den von uns vorgegebenen und gemeinsam geschärften inhaltlichen und methodischen Zielen des Workshops hat step into action das Workshop-Konzept komplett überarbeitet.  

In dieser neuen Version von «Mission: Zukunft» beschäftigen sich die Teilnehmenden immer noch mit ihrer eigenen Zukunftsvision, setzen sich aber neu auch mit Megatrends auseinander, entwickeln darauf basierend utopische und dystopische Szenarien und überlegen sich, wie sie Einfluss auf die Richtung nehmen können, in die wir uns als Einzelne und als Gesellschaft bewegen.

Im Herbst 2024 führten wir die neu konzipierten Workshops mit den Lernenden der Unternehmen im Netzwerk durch. step into action übernahm dabei die Verantwortung für Inhalt und Material sowie Rekrutierung und Vorbereitung der Facilitator:innen. Pro Futuris verantwortete die Koordination mit den Unternehmen sowie die Wirkungsmessung.

Die Durchführung zeigte, dass das neue Workshop-Konzept funktionierte. Aus den Resultaten der Vor- und Nachbefragung schlossen wir, dass wir – mindestens kurzfristig – diejenige Wirkung bei den Teilnehmenden erreichten, die wir erzielen wollten und auch die Unternehmen waren zufrieden. Aufwand und Ertrag bewegten sich in einem angemessenen Rahmen, der eine Skalierbarkeit zuliess.

Phase 3: Verstetigung

Basierend auf dieser erfreulich verlaufenen (zweiten) Pilotrunde erneuerten wir die Partnerschaft mit step into action.

In der nächsten Phase des Projekts über eine erneute Laufdauer von zwei Jahren übernahm step into action neu die Hauptverantwortung für die Planung, Durchführung und eventuelle Weiterentwicklung der Workshops. Aus der Übertragung der Verantwortung für die Koordination mit den Unternehmen an step into action versprachen wir uns weniger Zusatzschlaufen und mehr Effizienz in der Planung. Bei Pro Futuris verblieb einzig die Wirkungsmessung der Workshops und die damit verbundene Einbettung im grösseren strategischen Rahmen des Gesamtprojekts.

Im Sinne einer Verstetigung erfolgreicher Modellvorhaben haben wir mit dem Outsourcing dieses Teilprojekts von «Unternehmen für Demokratie» einen guten Grundstein gelegt: Mit den Workshops haben wir einen Teil des Projekts erfolgreich verstetigt.  

Unsere Arbeit zur Stärkung der Demokratie besteht aus der Analyse, dem strategischen Experimentieren und dem Verstetigen. Am Beispiel der Lernenden-Workshops des Projekts «Unternehmen für Demokratie» können wir diese verschiedenen Phasen veranschaulichen und zeigen, wie Modellvorhaben in der Praxis aussehen können.

Partnerships

This project was implemented in collaboration with the following partners:
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Funding partnerships

Finanzierungs-partnerschaften

For the implementation of this project, we were able to count on the financial support of the following partners:
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Opinion
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06.05.2026

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Publication
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Isabel Schuler