Bevölkerungsräte gewinnen international an Bedeutung als ergänzendes demokratisches Instrument und wurden auch in der Schweiz mehrfach erprobt: Eine zufällig ausgeloste, möglichst vielfältige Gruppe von Menschen befasst sich zeitlich begrenzt intensiv mit politischen Themen und erarbeitet Empfehlungen für Politik und Öffentlichkeit. Eine zentrale Herausforderung dieser Formate liegt in der fehlenden Verbindlichkeit und damit geringen politischen Wirkung; zudem blieb es in der Schweiz bisher bei einmaligen Durchführungen (vgl. beispielsweise Bevölkerungsrat 2025 oder Zukunftsrat U24).
Diese Lücke soll durch die institutionelle Einbettung geschlossen werden: Wie können wiederkehrende Bevölkerungsräte so in bestehende politische Prozesse eingebettet werden, dass ihre Empfehlungen von Parlament, Regierung und Verwaltung verbindlich behandelt werden? Es wird nicht das Ziel verfolgt, bestehende demokratische Institutionen zu ersetzen. Vielmehr soll ein rechtlich zulässiges und politisch anschlussfähiges Modell entwickelt werden, das die parlamentarische und direktdemokratische Ordnung gezielt ergänzt und neue Formen politischer Teilhabe ermöglicht.
Im Projekt «Allianz Bevölkerungsräte Schweiz» prüft Pro Futuris dazu mit Partnerorganisationen die gesetzlichen Grundlagen, stösst ein kantonales Pilotprojekt an (Bevölkerungsrat Basel) und beabsichtigt, weitere eingebettete Pilotserien über Advocacy, Anreize und gemeinsamem Lernen zu fördern. Dabei sind wir mit verschiedenen Stakeholdern aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Philanthropie und Öffentlichkeit in engem Austausch.
Dies ist ein gemeinsames Projekt mit der Stiftung für direkte Demokratie und der Stiftung Mercator Schweiz. Fachlich wird es vom Zentrum für Demokratie Aarau und Demoscan begleitet.








